Dies ist ein Buch der Begegnungen mit Menschen, die eines eint: Sie haben Migrationshintergrund. Die Ghanesin erlebt die Ostschweiz, in die sie ihrer Liebe gefolgt ist, als gastlich und garstig zugleich. Mit Letzterem meint sie nicht nur das Wetter. Sie ist eine von 27 Migrantinnen und Migranten, die auf diesen Seiten aus ihrem Leben erzählen, vom tamilischen Gastwirt im Appenzeller Dorf über die Seconda, die es zur Stadtpräsidentin gebracht hat, bis zum geflüchteten Afghanen, der nach vielen verlorenen Jahren den Lehrabschluss geschafft hat.
Die Autoren beleuchten in mehreren Kapiteln die jüngere Geschichte der Migration in die Ostschweiz seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Sie zeigen, wie recht die Ghanesin hat. Die jahrzehntelang verfolgte Politik einer Begrenzung der Ausländerzahl kratzte immer wieder an der Menschenwürde, mit verweigertem Familiennachzug, was zu Tausenden illegal in der Schweiz lebenden Kindern führte, oder der Instumentalisierung von Saisonniers als Konjunkurpfuffer. Weit mehr sind geblieben als geplant. Das liegt an ihrer Hartnäckigkeit, ihrem starken Willen, dem Lebensweg, der es, gerade mit Kindern, anders meint, einer Wirtschaft, die um ihren hohen beruflichen Wert weiss, und einem privaten und gesellschaftlichen Umfeld, das die garstige Politik mit Gastlichkeit, Freundschaft und Liebe konterkariert.
Auf der politischen Bühne werden die Debatten, die Ausländerzahl zu begrenzen, weitergehen. Das Leben wird es auch in Zukunft anders meinen.